Sichtwelt [shikai] Buch über Japan, 1998

Die lose Verknüpfung der gezeigten Bilder mit ihrer Zuordnung öffnet den Raum für die nichtlinearen Zusammenhänge, die in einer Phase der Irritation entstehen. Genauso unbestimmt wie die Zuordnung soll auch der Gebrauch dieses Buches sein: eine Liebeserklärung an Japan, eine Quelle der Inspiration, ein Fotoband, ein Souveniershop, eine Informationsquelle, ein Lesebuch...

 

Sichtwelt - Buch über JapanSichtwelt - Buch über Japan
Sichtwelt - Buch über Japan

[Vorschau auf ausgewählte Bilder bei Panatom]

Im Wissen um das Unvermögen einer erklärenden oder gar vollständigen Wiedergabe der japanischen Kultur, soll das vorliegende Buch eine Auswahl von Gesehenem zeigen. Dazu werden die Fragmente eines Rezeptionsprozesses in sehr groben Zusammenhängen unter elementaren Überschriften sortiert.

Reiseziele können verschiedenartig dokumentiert werden. So steht der klassische "Baedecker" für den Versuch, sich einem fremden Ort linear zu erschliessen. Das totale Verstehen eines solchen fremden Ortes muss natürlich immer scheitern. Jedoch ist es dem Reisenden innerhalb seiner eigenen kulturellen Sphäre möglich, sich grosse Teile und komplexe Zusammenhänge neuer Terretorien zu erschliessen. Verlässt der Reisende seine eigene kulturelle Sphäre, so entbehrt er die schützende Hülle des direkten Verständnisses und der kulturellen Erfahrung. In diesem Moment nimmt die Wichtigkeit der Information im "Baedecker" über Alltäglichkeiten zu. Die Notwendigkeit der Übersetzung von Alltäglichkeiten baut sofort eine Distanz zwischen dem Reisenden und der fremden Kultur auf. Es entsteht also automatisch eine Sensibilisierung in der Auseinandersetzung mit der neuen Umgebung. Dies wird meistens durch eine extreme Andersartigkeit in Erscheinungformen und im wirtschaftlichen Status unterstützt.

Ein ähnlicher Prozess findet auch beim Betreten der japanischen Kultursphäre statt. Doch entstehen hier nicht wirklich klare Grenzen. Es entsteht eine Irritation des Besuchers, der scheinbar vertraute Worte lesen kann, aber keine Sätze, da diese mit einer verschiedenen Grammatik gesetzt sind. Die Worte, die gelesen werden können, sind das wirtschaftliche System und seine Produkte, die eine internationale Sprache sprechen und in ihrer Erscheinung vertraut sind. Schnell wird jedoch klar, dass sie in einem komplett anderen Kontext stehen.

Die lose Verknüpfung der gezeigten Bilder mit ihrer Zuordnung öffnet den Raum für die nichtlinearen Zusammenhänge, die in einer Phase der Irritation entstehen. Genauso unbestimmt wie die Zuordnung soll auch der Gebrauch dieses Buches sein: eine Liebeserklärung an Japan, eine Quelle der Inspiration, ein Fotoband, ein Souveniershop, eine Informationsquelle, ein Lesebuch...

Ansgar Halbfas
Juliane Haß
Gregor Scholz

© Institut für paraarchitektonische Phänomene (IPP) 1998.
96 Seiten, 114 farbige Abbildungen
ISBN 3-00-004858-8
Mit Unterstützung von
Robert Bosch Stiftung
Daimler Chrysler AG
Landesbank BW
Offizin Scheufele

 

Auf Anfrage stehen weitere Dokumente zur Verfügung.

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